[Travel] Cape Town – Tafelberggedanken

on table mountain

Während ihre eure astralkörperähnlichen Extremitäten in der frühlingshaften deutschen Sonne von käseweiß hoffentlich ein bisschen Richtung cappuccinofarben bräunen könnt, sind die Südafrikaner eher davon überzeugt: Winter is coming! Was melodramatisch klingt ist der Nord-Südhalbkugel-Sache mit den verdrehten Jahreszeiten geschuldet, die ich bei der Wahl meines Freiwilligendienstes natürlich nicht unbedingt in Betracht gezogen habe. Macht aber nix, denn auch der drohende Winter hier in Kapstadt ist mit 23 Grade und Sonnenschein alles andere als nass-grau und wird deshalb gleich für einen kleinen Roadtrip genutzt.

Ich verabschiede mich also mit diesem Post in ein langes Wochenende, da wir hier in Südafrika mit einem Freedom Day Feiertag Ende April gesegnet sind und mach mich mit nem schicken Mietwagen und Virginia als Begleitung auf zum Roadtrip auf der Garden Route. Solange will ich euch aber natürlich nicht auf dem trockenen sitzen lassen, deswegen gibt’s nochmal was auf die Äuglein von unserem letzten Trip, der uns auf den Tafelberg hoch geführt hat.

Hoch hinaus
Das Wahrzeichen von Kapstadt zu erklimmen ist nicht ganz einfach, wie wir nach mehreren erfolglosen Versuchen feststellen mussten – zu heiß, zu windig, zu gefährlich. Das ständig und schnell wechselnde Wetter hat uns drei Mal schon einen Strich durch die Rechnung gemacht, bevor der Aufstieg endlich geglückt ist. Oder eher die Auffahrt, wir haben uns statt einer 3-Stunden-Wanderung nämlich für den faulen Weg der Gondel entschieden (der für Höhenangst-Geplagte Feiglinge wie mich trotzdem ganz schön Eier erfordert hat).

 

Dafür macht der Ausblick jede Horrorfahrt mit der Gondel wieder wett. Man weiß nicht mehr, wo das Meer aufhört und wo der Himmel anfängt. Alles scheint nur Unendlichkeit zu sein, gespickt mit Wolken so weiß und wattig, als könnte man direkt auf ihnen bis zum Südpol spazieren. Und während der Kitsch aus meinem an Gostenhof-Slang gewöhnten Mund spricht, konnte meine Kamera nur ansatzweise das federleichte Gefühl einfangen, das man auf 1.085 Metern verspürt.

 

Hier ein kleiner Tip: Aufgrund des launischen kapstädtischen Wetters kann es schon mal passieren, dass die Gondel kurzfristig geschlossen wird. Erkundigt euch deshalb einfach online beim Table Mountain Cableway vorab, ob die Gondeln fahren.

A Day at the top

Nach 4 Stunden Gehopse über Stock und Stein im National Park Table Mountain, in dem man auf dem Palateau des Bergs locker den ganzen Nachmittag verdüddeln kann, indem man Dassies, Vögel und verrückte Menschen beobachtet, die sich auf ungesicherte Steine stellen, um für ein geiles Instragram-Pick ihr Leben zu riskieren Fame and Fortune, Baby. Fame and Fortune. ging es leider zurück in die normale Welt der Großstadt – wo ich mich zwar immer noch klein und unbedeutend fühlt, leider aber nicht mehr so unendlich und federleicht und irgendwie beschützt vom blauen Himmel, der sich unendlich über mich spannt.

Wie gefallen euch die Travel Stories statt richtiger Travel Tips?
Und hat euch die Natur auch schon mal sprachlos gemacht?

EN

Up and about
We had to find out that it’s not so easy to climb up Cape Town’s most famous landmark. After a couple of unsuccessfull attempts (too hot, too windy, too dangerous) we decided to try it one last time. Third time lucky they say and we were lucky the third time. But instead of climbing up the mountain for 3 hours, we decided to take the cableway.

 

The drive was a true horror trip for me, as I am afraid if heights, but the views made up for all horrors I felt! I could not tell where the sea ended and where the sky began. Everything was just so utterly infinite that I felt like I could just walk on the puffy white clouds straight to Antarctica. And while I am drowning in kitsch and memories here, I hope my camera could just capture bit of the lightness you feel up at 1.085 meteres for you.

 

By the way, here’ a little tip: Because weather is  changing pretty fast in Cape Town, the cableway sometimes closes down during the day because of wind or clouds. So just check online if it’s open before you go there all the way for nothing.

A Day at the top

After walking around for hours in the National Park Table Mountain, where you can easily spend your whole day watching Dassies and crazy people risking their lives on the rocks for a perfect instagram picture, we had to go back to the town’s busy everyday life. You still feel pretty small there – but not as lightweighted and infinite as you feel on top of the mountain, protected by the blue sky and the clouds above you.

How do you like my travel stories? Would you like more concrete travel tips?
And did nature ever make you speechless?


10 Kommentare

  1. Hmpf, Deine Bilder sind besser als meine! 😀
    Irgendwie war auf unserer Tour zu wenig Zeit für gelungene Fotos. Und übrigens: Mir wurde von ALLEN Bewohnern bestätigt, dass der Winter sowieso die viel schönere Jahreszeit in ganz Südafrika ist: Die Hitze und Touristen werden weniger in Kapstadt, die nervigen Winde werden weniger auf der Garden Route und im Osten des Landes regnet es weniger und ist weniger begrünt – perfekte Zeit für Safari. Warum also all die großen Flug-Anbieter im Winter dort nicht hinfliegen, ist mir echt ein Rätsel. Hab einen schönen Trip!
    LG /inka

  2. Ahh so geile Bilder! Da wär ich auch glatt sprachlos. Mich haben ja schon die Klippen in Südportugal geflasht, aber die sind wahrscheinlich nur ein Zehntel so krass…

  3. Ohaaaaa in der Gondel hätt sogar ich Panik bekommen! WTF wie steil!!! Aber es sieht halt hammer aus! Dafür nimmt man sowas dann halt echt in Kauf. Wahnsinns Aussicht und geniale Bilder! Wünsch dir noch suuuper viel Spaß beim Roadtrip und freu mich auch den Bericht und Bilder dazu 🙂

  4. Oh wow, das sind ja unglaubliche Bilder! Total eindrucksvoll, das war dort oben auf der Spitze sicher ein ganz besonderes Gefühl. Ich wünsche dir noch eine ganz wundervolle Zeit! 🙂 Liebe Grüße

  5. Meine Liebe,
    aaaaah, wie toll! Ich freue mich so für dich, dass du eine tolle Zeit in Südafrika hast 😀 Die Bilder sind absolut herrlich und ich bekomme direkt Fernweh. Jetzt ein paar Wochen Südafrika, das wärs
    Ich wünsche dir eine zauberschöne Zeit und freu mich immer doppelt, wenn du mich sogar von so weit weg besuchst 🙂

  6. Hihi findest du? Aber deine Fotos sind doch echt immer ganz fabelhaft! 🙂
    Ja, ich muss sagen, der April war bisher wirklich traumhaft. Wir hatten trotzdem genug Zeit, uns wie die obersten Touris am Strand zu bräunen, allerdings ohne Menschenmassen und unerträgliche Hitze. Und auch so kann man noch jede Menge unternehmen, wenn es nicht regnet (das ist das einzige Manko…letzte Woche hat's schön langsam mit dem Winterregen angefangen, hier in Kapstadt). Aber davon lass ich mir nicht die Laune vermiesen 🙂

  7. Danke! Aber ich find: Berge sind Berge, das flasht einen echt jedes Mal, wenn man so einen geilen Blick auf die Welt so weit unten hat… 🙂

  8. Danke 🙂 Bilder und Bericht folgen in Kürze, wenn ich die 1000 Aufnahmen aussortiert habe 😀

  9. Das ist doch Ehrensache, meine Liebe 😉 Und vielen, vielen Dank, ich hab eine zauberhafte Zeit hier unten 🙂

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