[Das Wort zum Sonntag] 5 Typen, die du auf jeder Weihnachtsfeier triffst

Diese Woche war es wieder soweit: Zeit für die Weihnachtsfeier.

Jedes Mal zum Ende des Jahres wird ein Haufen Abteilungen und Kollegen in eine turnhallenähnliche Gemeindehalle gepfercht, um sich Lobhudeleien der Chefs anzuhören – besänftigt mit kostenlosem Alkohol und Essen.

Wenn die Menschen entspannt, angedudelt und mit vollen Bäuchen zusammen sitzen, dann entspannen sie sich und werden mehr sie selbst, als sie es jemals zwischen 8 und 17 Uhr sind. Und manchmal ist das alles andere als schön. Selbst wenn man neu in einer Abteilung ist, wie ich dieses Jahr gibt es ein paar

Typen die man ganz sicher auf jeder Weihnachtsfeier antrifft.

Der Schnorrer

Der Schnorrer tut das, was viele von uns anderen gerne tun würden, wofür wir aber einfach zu gut erzogen wurden:

Er haut sich am Buffet ordentlich den Bauch voll und verpisst sich dann.

Schon eine Woche vor der Weihnachtsfeier versucht der Schnorrer herauszubekommen, was aufgetischt wird und ob es Freigetränke gibt. Auf der Feier selbst schimpft er dann, bevor er die Biege macht, meistens noch ordentlich über das Essen, den Geiz der Chefs und gibt außerdem seine allgemeine Unzufriedenheit über die Gesamtsituation zum besten. Im Grunde genommen spricht der Schnorrer damit aber alle aus der Seele und wird leicht bewundernd als Rebell der Abteilung gesehen. Außerdem kann sonst keiner drei Schnitzel verdrücken, ohne dass es ihm schlecht wird…

 

Die Labertasche

Der Labertasche möchte man nach dem zweiten Bier nicht mehr über den Weg laufen. Sobald sie nämlich einen gewissen Pegel erreicht hat, hilft nur noch die Flucht an einen anderen Tisch – am besten ganz am anderen Ende des Raums, wenn man nicht den Rest des Abends in Beschlag genommen werden möchte.

Die Labertasche weiß nämlich alles.

Von der dreckigen Scheidung der Kollegin über die Beförderung des Kollegen und was sonst noch im Flurfunk abgeht. Falls der Gossip ausgeht, ist die Labertasche auch gerne bereit, aus dem persönlichen Nähkästchen der vergangenen Beziehungen, Reisen und Tops und Flops ihres Lebens zu plaudern.  Um selbst nicht Teil des Flurfunks zu werden, hilft bei der Labertasche nur eins: Nicken, lächeln – und Klappe halten.

Der Anhängliche

Manchmal ist er in unserem Alter, meistens könnte er aber auch unser Vater sein. Die Labertasche entwickelt sich nach zwei Weizen zum Onkel Geoffrey der Party. Sie hat meist zur Feier des Tages besonders viel von einem besonders penetranten After Shave aufgelegt und ist daher schon aus der Entfernung zu erschnuppern.

Ist sie im Anmarsch, sollte man seinen Hintern schnellstens in Sicherheit bringen – der wird nämlich vom Anhänglichen sonst gerne mal getätschelt.

Auch insgesamt wird die Labertasche nicht müde, dir deine weiblichen Vorzüge zu erläutern und dich dann mit einem vertraulichen Zwinkern zum Tanz aufzufordern. Wer es nicht schafft, der Vertraulichkeit vor dieser Frage zu entkommen, sollte sich zumindest nach dem Abend den Hintern ordentlich desinfizieren.

Den Awkward Dancer

Er ist sich sicher, dass in seiner bürohengstigen Schale ein John Travolta versteckt ist, der leider nur allzu selten das Tageslicht erblicken darf. Seit seiner wilden Zeit in den 80ern hat der Awkward Dancer seinen Booty nicht mehr zum Beat geshakt, weil er damit beschäftigt war, Karriere zu machen. Doch wenn der Beat loshämmert, dann wird der Dancefloor für den Awkward Dancer zur Bühne und er packt vor den Augen der begeisterten Zuschauer die old-school moves wieder aus.

Der Awkward Dancer hat etwas von einem schweren Unfall.

Man muss hinschauen, auch wenn man gar nicht will. Das Wichtigste beim Kucken ist aber definitiv, den Augenkontakt unbedingt zu vermeiden, wenn man nicht selbst auf der Tanzfläche enden will.

Den Kollegen, den keiner kennt

 Er sitzt am Tisch, als würde er dazu gehören. Er bestellt sich Bier, lacht über die Witze und lehnt sich nach dem Essen entspannt zurück. Wie er heißt, weiß allerdings niemand. Es weiß auch keiner, in welchem Büro oder auf welchem Flur er sitzt und was genau sein Job ist. Er ist der Kollege, der sich den Rest des Jahres im Keller bei den leeren Drucker-Patronen versteckt haben muss.

Denn es hat ihn einfach noch nie jemand zu Gesicht bekommen.

Ihn anzusprechen traut sich aber natürlich auch keiner. Deshalb sitzt der Typ, den keiner kennt einfach da und lacht über Witze, die gerissen werden, als wüsste er genau was abgeht. Da weiß er dann vermutlich auch mehr, als alle anderen.

Kennt ihr diese ganz besonderen Kollegen auch? Hab ich wen vergessen?
Und was für Erlebnisse habt ihr bisher so auf Weihnachtsfeiern gehabt?

1 Comment

  1. Haha ach jeh, Weihachtsfeiern sind aber auch immer ne schwierige Sache! Da ist Haltung bewahren manchmal gar nich so einfach. Noch schwieriger ist dann nur das Versteckspiel vor Typ 1-5 😉
    Ganz liebe Grüße zu Dir, Mia

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