[Das Wort zum Sonntag] Der neue Minimalismus.

Ich sitze an meinem Schreibtisch, der bis auf ein paar Post-Its und eine Ikea-Dose mit Stiften und einer Schere leer ist. Die Expedit-Regale hinter mir, normalerweise bestückt mit Büchern und Schuhen übrigens auch. Meine Wohnung sieht ein bisschen aus, wie die Zelle eines Franziskaner-Klosters so ganz ohne meinen persönlichen Schnickschack und jungfräulich sauber und leer für die Zwischenmieterin, die nächste Woche ankommt.

Und überraschenderweise gefällt’s mir sogar irgendwie.

Vielleicht bin ich nur angestreckt vom obligatorischen Frühjahrsputz-Feeling.  Vielleicht gefällt mir meine Wohnung nur so gut, weil sie im normalen Alltag selten so sauber und abgestaubt ist, wie gerade eben. Vielleicht mag ich auch einfach die Vorfreude, meinen Schrank, jetzt wo er ausgemistet ist, mit tollen neuen Teilen füllen zu können.  So oder so: Minimalimus scheint gar keine so üble Idee zu sein. Und ich spreche hier nicht nur vom dänischen Design, sondern auch davon, dass wir uns alles jederzeit gönnen können und wollen – manchmal, ohne wirklich mit Bedacht darüber nachzudenken, ob wir es wirklich brauchen oder überhaupt wirklich haben wollen. Grade wenn man in der Bloggerwelt oder im normalen Leben dazu gehören will, gibt es Dinge, die man glaubt zu brauchen – ohne sie überhaupt wirklich zu wollen.

Und um mein Leben noch ein bisschen mehr zu entrümpeln, werde ich mich ein bisschen an der

30-Tage-Minimalism-Challenge von Into Mind orientieren

und zwar keine dreißig Dinge mehr erledigen, bevor mein Flug nach Afrika geht, aber zumindest diese 5:

 

1. Benachrichtigungen abstellen.

Denn wer kennt’s nicht? Das Handy klingelt, vibriert oder gibt sonst ein Lebenszeichen von sich und egal was man gerade tut, man greift zum Gerät, um die Neuigkeiten noch warm zu genießen. Schuldig im Sinne der Anklage! Facebook und einige Whatsapp-Gruppen wird ab jetzt das Schweigegelübde auferlegt.

 

2. Der Unsubsribe-Button

Seid ihr auch bei so und so vielen Newslettern angemeldet, weil die erstmalige Anmeldung 20 % garantiert hat, freien Versand oder ein hübsches Geschenk? Dann geht’s euch wir mir. Und weil ich bei der Hälfte dieser Online-Shops nie wieder bestellt habe und die Newsletter ungeöffnet im Papierkorb verschwinden, kann man’s doch auch direkt abbestellen, oder?


3. Single Tasking

Auch hier gehör ich zu den Schuldigen! Abend essen, Emails checken und nebenbei noch den Instagram Feed oder ne Folge Sex and the City rein ziehen, weil’s grade auf Sixx läuft? So sieht mein Abend schon gern mal aus. Was dazu führt, dass ich weder meine Emails mit Interesse lese, noch über Carries Naivität den Kopf schüttle oder mein Kichererbsencurry richtig genieße. In meinen Augen ist Multi Tasking der echte Fluch unserer schnelllebigen Social-Media-Gesellschaft.

 

4. Ein Tag Beschwerde-frei

Im Grunde genommen ist alles, worüber ich mich beschwere, ein Luxusproblem. Auch, wenn es für mich ein großes Problem ist, ein unüberwindbares Hindernis, so ist es im Grunde trotzdem nichts anders als ein Luxusproblem – solang es nicht an die Existenz geht. Und das tut’s nicht, wenn ich die gefühlt hunderste Trennung hinter mir habe oder einen Schnupfen habe oder das Auto erst nach der Tankdeckel-Reparatur durch den TÜV kommt. Und weil es viel schöner ist, nicht ständig zu meckern, werde ich versuchen, es einen Tag lang mal komplett sein zu lassen.


5. Glotze aus, Kindle an.

Und dann gibt’s zu Punkt 5 auch nix mehr zu sagen, finde ich. Die eigene Phantasie anzuschmeißen macht nämlich immer noch am meisten Bock!

Wie steht’s mit euch? 
Habt ihr auch manchmal Bock, euer Leben ein bisschen minimalistischer zu gestalten? Und wenn ja, wie macht ihr’s?

2 Comment

  1. Ich müsste mein Handy auch mal ausstellen bzw.mal nicht den ganzen Tag in der Hand halten. Es fällt mir zur zeit echt ziemlich schwer aber in zwei Wochen habe ich Urlaub und da wird das Handy tagsüber weggesperrt und entspannt 🙂

    LG
    Johanna

    http://www.fashionstylebyjohanna.com

  2. Ich bin da auch definitiv ein kleiner Süchtling, grade deswegen sollte man es öfter mal bewusst weg legen. Der Urlaub ist da ja ein guter Startpunkt – ich wünsch dir einen entspannte Zeit 🙂

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