Aus dem Leben eines Lockenkopfs

Man will immer das haben, was man nicht hat.

Ballerinas, wenn man grade High Heels trägt. Urlaub, wenn die Firma gerade Urlaubssperre hat. Ein Eis, wenn der Supermarkt schon zu hat. Oder eben schönes, langes glattes Haar, wenn sich auf dem eigenen Kopf ein wildes Vogelnest türmt.

Und es gibt ein paar Dinge, die kann man eben nur verstehen, wenn man mit einem Wuschelkopf gestraft  gesegnet wurde.

1. Ohne Haargummi das Haus verlassen kommt optischem Suizid gleich. Wann meine Haare beschließen, auszurasten und in alle Richtungen zu explodieren? Ich weiß es nicht…

2. Schon mal einen Pony gehabt? Und Locken? Genau. Es ist ein Albtraum.

3. Als der Friseur meines Vertrauens die Stadt verlassen hat, war ich kurz versucht, ihm zu folgen.

4. Ein Leben ohne Argan-Öl und Tangle Teezer ist schlicht nicht mehr möglich. Davor lag mein Haarbürsten-Verbrauch bei etwas 5 pro Jahr.

5. Haare glätten? Mach ich nur, nachdem ich davor die Wetter App ausgiebig gecheckt hab. Kein Regen und Luftfeuchtigkeit unter 10 % für die nächsten 5 Tage sind ein guter Ansatzpunkt.

6. “Deine Haare sind so….voluminös.” Danke auch. Und dein Schienbein…lädt so zum dagegen treten ein.

7. Wie oft ich meine Haare wasche? Dieses Geheimnis nehm ich mit ins Grab. Ihr würdet es einfach nicht verstehen…

8. Ich benutze zu keinem Zeitpunkt weniger als drei bis fünf Haarprodukte. Gleichzeitig. Die Hälfte davon kostet ungefähr so viel wie meine halbe Monatsmiete. Eins davon darf nur bei offenem Fenster verwendet werden und muss von Kindern und Tieren fern gehalten werden.

9. Doch immerhin bekomme ich von Männern oft das Kompliment, wie gut meine Haare duften würden.

10. Manchmal tauchen auch nach dem Haarewaschen, Kämmen oder Schlafen Haarnadeln auf, die ich schon verloren geglaubt habe – in meinen Haaren.

11. Zweimal die gleiche Frisur zu machen ist schlicht unmöglich. Jeder Tag ist wie Russisch Roulette. Und manchmal verliert man dicke.

12. “Wow, sind das Naturlocken?” Nein, ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf, drehe mir Lockenwickler rein und setze mich für eine Stunde ins Hammam für den Original Begossener Pudel Look. Das ist harte Arbeit.

13. FRIZZ!!!! Wer auch immer dieses Wort erfunden hat, sollte auch was dagegen erfinden. Sofort. Und a propos Frizz – ein Spritzer kaltes Wasser kann die Frisur retten. Ein kleiner Regenschauer… sprechen wir nicht darüber.

14. Spurlos zu verschwinden, ist schlicht nicht möglich. Überhaupt ist es nicht möglich, keine Spuren zu hinterlassen. Fragt meine alte Mitbewohnerin. Sie wird euch bestätigen, dass es bei meinem Haarverlust ein Wunder ist, dass ich noch keine Glatze habe.

… und trotzdem würde ich inzwischen mit keinem anderen Schopf tauschen.

 

Wie steht’s mit euch? Lockig oder Glatt?
Und kommt euch der eine oder andere Gedanke vage bekannt vor? 

5 Comment

  1. Frech würde ich jetzt mal behaupten, dass ich die “schlimmeren” Locken als du hab 😀
    Ich weiß so genau, wie du dich fühlst! Aber mit der richtigen Pflege sehen Locken halt doch am besten aus – oder hättest du lieber so platte Haare, die wie zu lange gekochte Nudeln runterhängen? Ich kenn' kaum Mädels mit glatten Haaren, die auch nur ansatzweise Volumen hätten. Die meisten benutzen sehr intensiv Glätteisen und Lockenstab. Ich bin da immer wieder froh nicht jeden Tag 20 Minuten an meinen Haaren rumfummeln zu müssen, damit sie nach was aussehen. Entweder sie fallen schön und ich lass' sie offen, oder sie sehen kacke aus und ich mal 'n Ponytail oder 'n Dutt 😀

  2. Okaaaaaaay…wenn ich mir deine Fotos ankuck, hast du den Locken-Wettbewerb gewonnen, das geb ich zu 😀
    Inzwischen hab ich mich auch mit meinen Haaren versöhnt – früher hab ich die täglich mit dem Glätteisen gequält, aber jetzt bin ich froh, dass ich nicht mit so nem Schnittlauch-Haarschnitt kämpfen muss, sondern einfach alles immer Volumen hat 😉

  3. Man wird eben älter und weiser 😀 Ich wollte als Teenie auch immer unbedingt glatte Haare haben, hatte auch noch nicht so richtig den Plan was meinen Locken gut tut und hab allerhand miese Produkte gekauft. Heute weiß ich es einfach besser und akzeptiere meine Haare so wie sie sind. Damit fährt man meist am besten… Und dann kam natürlich vor ein paar Jahren der Tangle Teezer und das Kämmen wurde gar nicht mehr so hart zur Tortur wie davor. Dem hab ich echt viel zu verdanken 😀

  4. Guter Beitrag, punkt 12 hat mich echt zum schmunzeln gebracht.

    Liebste Grüße, Vanessa von
    http://www.coeurroyal.de

  5. Danke dir, freut mich, dass ich dich zum Schmunzeln bringen konnte 🙂

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